Ein breites Leistungsspektrum zur Integration

Die Leistungspalette der HTAG-Mitglieder rund um die berufliche Rehabilitation ist breit: Die Angebote richten sich sowohl an junge als auch an erwachsene Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps, von A bis Z:

Arbeitserprobung

Die Auswahl an Berufen ist groß. Aber passen persönliche Fähigkeiten und Neigungen auch mit dem angestrebten Berufsziel zusammen? Antworten darauf gibt die Arbeitserprobung, ein Verfahren, bei dem überprüft wird, ob ein ausgewähltes Berufsfeld zu den Interessen und Fähigkeiten der sich jeweils Bewerbenden passt. Die Teilnehmenden erhalten dabei einen Überblick über das gesamte Berufsfeld und können sich ganz praktisch im Beruf ihrer Wahl ausprobieren. An einer Arbeitserprobung nehmen meist Personen teil, die im Rahmen der beruflichen Rehabilitation eine weitere Berufsförderung erhalten sollen. 

Arbeitsmarktcoaching

Gut und sicher den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden, ist nicht immer leicht. Unterstützung bietet das Arbeitsmarktcoaching. Weil die Arbeitswelt sich ständig verändert, gibt es immer seltener ungebrochene, geradlinige Berufsbiografien. Coaching hilft, sich auf dem Arbeitsmarkt neu zu orientieren und dabei eine neue berufliche Perspektive zu entwickeln. Neben der Auswahl und Beratung in Hinblick auf geeignete Berufe und Qualifizierungsmöglichkeiten steht die Vorbereitung des Teilnehmenden auf die Bewerbung im Mittelpunkt. Dazu gehört die ganze Palette des Bewerbungstrainings – inklusive des Trainings von Verhalten und Körpersprache im Vorstellungsgespräch.

Ausbildung & Qualifizierung

Individuelle Wege in Arbeit und Beruf aufzuzeigen, das bedeutet, arbeitsmarktgerechte Angebote in Ausbildung und Qualifizierung vorzuhalten, die auf den individuellen Bedarf des Einzelnen zugeschnitten sind. Mehr als 50 Berufe und eine große Palette an zusätzlichen Qualifizierungsangeboten für die gefragtesten Branchen und Berufsfelder: In den Unternehmen der HTAG garantieren qualifizierte Experten und Expertinnen aus Ausbildung, Sozialpädagogik und Fachdiensten dafür, dass die Absolventinnen und Absolventen zu gefragten Fachkräften werden, die nicht nur über Fachwissen, sondern auch über Sozial- und Gesundheitskompetenzen verfügen. Ein individueller Förder- und Integrationsplan hilft, dass der Reha-Ablauf für die Leistungsberechtigten so optimal wie möglich verläuft. 

Betriebliches Eingliederungsmanagement

In einer älter werdenden Gesellschaft ist es für Unternehmen zunehmend wichtiger, die Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaft zu erhalten. Darauf zielt das betriebliche Eingliederungsmanagement: Es verpflichtet die Arbeitgeber im Sozialgesetzbuch IX dazu, die Arbeitsunfähigkeit der Beschäftigten möglichst zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und nach Möglichkeit den Arbeitsplatz im Einzelfall zu erhalten. Die Maßnahmen setzen ein, wenn ein/e Arbeitnehmer/in im Laufe des letzten Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig war. Als Partner für das Betriebliche Eingliederungsmanagement eignen sich die Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation aufgrund ihrer Erfahrung rund um Qualifikation, Prävention und Eingliederung in das Berufsleben in besonderer Weise.

Berufsorientierung

Es gibt über 300 Ausbildungsberufe – für junge Menschen mit Behinderung ist die Wahl des richtigen Berufes nicht immer leicht. Hier setzt das Angebot der Berufsorientierung an. Von der Feststellung ihrer Fähigkeiten über praktische Arbeitserprobungen bis hin zu einem Training arbeitsweltbezogener Sozialkompetenzen erhalten die Jugendlichen umfangreiche Anregungen und Hilfestellungen für ihre berufliche Zukunft. Gut informiert über eigene Stärken und Begabungen sowie über die Möglichkeiten der Berufswelt, steigt die Chance für Jugendliche, dauerhaft erfolgreich einen Ausbildungsplatz zu besetzen – und die Ausbildung eben nicht wegen falscher oder fehlender Orientierung abbrechen zu müssen.

Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitung hat das Ziel, Menschen den Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Der Start in das Berufsleben hängt immer auch eng mit der Lebenssituation bzw. -planung zusammen. Daher geht es nicht nur um Kompetenzerwerb, sondern auch um die Persönlichkeitsentwicklung. Neben der Vermittlung von theoretischen und praktischen Fähigkeiten geht es auch um die Schaffung der Voraussetzungen für eine erfolgsversprechende Ausbildung. Die Befähigung zur Aufnahme einer Ausbildung oder Arbeitstätigkeit basiert auf einer breit gefächerten Förderung vorhandener Ressourcen in fachlicher, physischer, psychischer und sozialer Hinsicht.

Eignungsabklärung

Den richtigen Beruf zu finden, ist für die meisten Menschen eine Herausforderung. Wenn körperliche oder psychische Beeinträchtigungen hinzukommen, gilt es dabei nicht nur, nach Neigung und Vorlieben auszuwählen, sondern auch nach Eignung. Die Eignungsabklärung ist modular aufgebaut und bietet die Möglichkeit, ganz individuell abzuklären, welche beruflichen Wege sinnvoll und erfolgsversprechend sind. Sie beinhaltet diagnostische Methoden, die klären helfen, für welche Tätigkeiten sich die Betreffenden eignen, sowie medizinische Untersuchungen, die die körperliche oder psychische Eignung für einen bestimmten Beruf abklären. Hiermit in Verbindung besteht unmittelbar die Möglichkeit, die potentiellen Berufsfelder auszuprobieren.

Gesundheitsmanagement

Den Belastungen des Arbeitslebens ein Leben lang gewachsen sein – die Fachleute in den Personalabteilungen wissen, dass es angesichts der demografischen Herausforderungen auf die Gesundherhaltung ihrer Beschäftigten ankommt. Ein auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten des jeweiligen Unternehmens zugeschnittenes Angebot an gesundheitsfördernden Leistungen trägt zur Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit bei und steigert die Attraktivität für Bewerberinnen und Bewerber. Viele Mitglieder der HTAG bieten hier arbeitsmedizinische Beratung und Begutachtung sowie erweiterte Ansätze des Gesundheitsmanagements.

Integrationsangebote

Nicht für alle Menschen, die durch schwere oder lange Krankheiten oder durch einen Unfall in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind, kommt eine berufliche Neuqualifizierung in Frage. Abhängig von persönlichen und arbeitsmarktrelevanten Voraussetzungen bieten die Unternehmen der HTAG unterschiedlichste Konzepte und Leistungsangebote mit dem Ziel der (Re-)Integration in den Arbeitsprozess an. Die Arbeitsuchenden werden dabei zielgerichtet bei der Erarbeitung individueller Bewerbungsstrategien, beim Bewerbungsverfahren und der Einarbeitung am neuen Arbeitsplatz unterstützt.

Präventionsangebote

Die erfolgreichste Form der beruflichen Rehabilitation ist die, die durch Prävention gar nicht erst nötig wird: Präventionsangebote beugen dem Verlust der Beschäftigungsfähigkeit vor — und in der Folge dem des Arbeitsplatzes. Man unterscheidet hier zwischen Verhältnis- und Verhaltensprävention: Es gilt sowohl die betroffene Person selbst mit ihren gesundheitlichen Einstellungen und Verhaltensweisen durch Angebote zu erreichen als auch deren Arbeitsumfeld mit (möglicherweise gesundheitsfördernden) Faktoren zu berücksichtigen. 

Praktika und berufliche Phasen

Praktika und betriebliche Phasen garantieren, dass die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden betriebliche Erfahrungen machen können und die Anforderungen, die das Berufsleben in der gewählten (neuen) Branche an sie stellt, sowie die Fähigkeiten, die sie hierfür benötigen, kennen lernen können. Doch nicht nur für die Teilnehmenden ist die betriebliche Phase eine entscheidende Zeit der Erprobung des Gelernten. Umgekehrt ist das Praktikum für die Betriebe eine gute Möglichkeit, ihre zukünftigen Arbeitskräfte kennen zu lernen und sich ein eigenes Bild von ihren Fähigkeiten zu machen. Eine besonders enge Verbindung mit der betrieblichen Praxis bieten die Berufsbildungswerke im Modell „VAmB = Verzahnte Ausbildung von Berufsbildungswerken mit Betrieben“. Hier findet ein großer Teil der praktischen Ausbildung in  externen Partnerbetrieben statt – eng begleitet und betreut von den Berufsbildungswerken.

Reha-Assessment

Um frühzeitig optimale Lösungen zum dauerhaften Erhalt oder zur (Wieder-)Erlangung der Beschäftigungsfähigkeit von Menschen anzubieten, gibt es das Angebot des RehaAssessments®. Durch einen Soll/Ist-Vergleich wird der Rehabilitationsbedarf erfasst und das Rehabilitationspotenzial beschrieben. Auf dieser Grundlage wird der individuelle Rehabilitationsplan entwickelt und dazu eine Erfolgsprognose erstellt. Das Angebot basiert auf einem modularen System. Die Module sind einzeln oder in vielfältigen Kombinationen wählbar, um spezifischen Belangen und Erfordernissen, insbesondere speziellen Behinderungsformen, gerecht zu werden.

Spezielle Förderangebote

Jeder Mensch ist einzigartig – das spiegelt sich in seinen Begabungen – aber auch in seinen gesundheitlichen Einschränkungen wider. Die Mitglieder der HTAG haben daher vielfältige Angebote entwickelt, die Jugendliche und Erwachsene individuell fördern und sie passgenau bei ihrem Weg ins Arbeitsleben unterstützen: von der Medizin über die Physiotherapie und Psychologie bis hin zum Coaching. Auch betreutes Wohnen und Freizeitpädagogik, die die Persönlichkeitsentwicklung fördern und auf ein selbstbetsimmtes Leben vorbereiten, spielen eine zentrale Rolle im Förderkonzept und sind häufig eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Rehabilitationsprozesses. Schließlich sollen die Teilnehmenden am Ende über alle erforderlichen fachlichen, sozialen und gesundheitlichen Kompetenzen verfügen, die sie nachhaltig beschäftigungsfähig machen.